Vereinsgeschichte

 

Im Jahre 1958

beschlossen zehn, während des zweiten Weltkrieges, verletzte Männer die Gründung einer "Versehrten-Sport-Gemeinschaft" in Rheine, um im Rahmen der ihnen verbliebenen physischen Möglichkeiten Sport zu treiben. 

 

Am Nachmittag des 31. Mai 1958 war es dann so weit.

Auf Einladung der Interessengemeinschaft (Heinz Risch, Wilhelm Kollecker, Josef Proen, Josef Weidemann, Richard Scholle, Josef Kröger, Ernst Brüning, Günther Neddermann, Wilhelm Bönte und Walter Böckelmann) und mit der Unterstützung benachbarter Versehrtensportgemeinschaften hatte sich eine große Zahl körperbehinderter Menschen in der damaligen Jahn-Turnhalle an der Schubertstrasse eingefunden.

Hier wurden zunächst einmal die Möglichkeiten sportlicher Betätigung für körperbehinderte Menschen demonstriert, u. a. gymnastische Übungen und verschiedene Ballspiele.

In der sich anschließenden Abendveranstaltung in der Gaststätte Hölscher ist dann die "VSG-Rheine" gegründet worden, zum ersten Vorsitzenden wurde Heinz Risch gewählt. 

 

In den nun folgenden Monaten hieß es, viel zu bewegen. Für Sporträume, Sportgeräte und auch für Sportkleidung war zu sorgen. Als Sportarzt wurde Dr. med. H. Becher bestellt.

Der Verein gab sich eine Satzung und die Verbindung zum Landesverband für Versehrtensport wurde hergestellt.

Nun konnte es aufwärts gehen.

Bereits 1959 ist die "VSG-Rheine" nach intensivem Training beim Bezirkssportfest in Burgsteinfurt in die Spitzenklasse im Sitzball aufgestiegen.

 

Die Absicht, ein eigenes Sport- und Freizeitheim zu erstellen, wurde 1961 mit der Anpachtung eines schönen Geländes am Blauen See in Lünne verwirklicht. Trotz der Zuschüsse durch öffentliche Geldgeber waren zur Realisierung dieses Projektes zahlreiche Helferstunden der Mitglieder, wie auch finanzielle Förderungen aus den eigenen Reihen erforderlich. Das die Behinderten-Sport-Gemeinschaft heute über ein wunderschönes Vereinsheim mit Sportgelände in parkähnlicher Umgebung am Blauen See in Lünne verfügen kann, ist nicht zuletzt dem Mut und Unternehmergeist des damals amtierenden Vorstandes zu verdanken.

 

Die Behinderten-Sport-Gemeinschaft Rheine - wie sie sich seit 1978 nennt - versucht, ihren Vereinszweck durch das Angebot von Breitensport zu erreichen, der in seiner Art und Schwere auf die jeweilige Behinderung bzw. den gesundheitlichen Allgemeinzustand der Mitglieder abgestimmt ist. Nach einem festen Plan werden wöchentlich in verschiedenen Sporthallen unter Leitung qualifizierter Übungsleiter und mit ärztlicher Betreuung in folgenden Sportarten Übungsveranstaltungen durchgeführt: Schwimmen, Gymnastik, Rückenschule, Hallenbosseln, Tischtennis, Sitzball, Sport für Rollstuhlfahrer, Leichtathletik, Nordic-Walking, Kegeln und sonstige Spiele. Das Hauptaugenmerk liegt jedoch nach wie vor im Rehabilitations- und Breitensport.

 

Nach Gründung einer Kindergruppe durch Helmut Hecht im Jahre 1974 und Öffnung für zivilbehinderte Menschen, denen Reha-Sport ärztlich verordnet wurde, ist der Verein rasch stärker geworden. Auch nichtbehinderte Familienangehörige sind als Mitglieder herzlich willkommen und beteiligen sich neben ihren sportlich Aktivitäten an den von der BSG über das Jahr verteilten geselligen Veranstaltungen am Blauen See in Lünne, seien es Skat- oder Doppelkopfturniere, gemütliche Nachmittage bei Kaffee und Kuchen, Grillabende usw.

 

Nach den in der Zwischenzeit verstorbenen Vorstandsmitgliedern Heinz Risch und Rudolf Böing leiteten ab 1958 Hans Werning als Geschäftsführer und ab 1970 Hans Evers als Vorsitzender die Geschicke des Vereins. Nach 27jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit gab Hans Evers sein Amt an Rudolf Keinehagenbrock ab, der bis 2004 Vorsitzender war. Ihm folgte der Orthopäde Dr. med. Erich Kirchhoff. Die Geschäftsführung hat 1998 Irmgard Grotke von Hans Werning nach dessen 40jähriger ehrenamtlicher Tätigkeit als Geschäftsführer übernommen. Neben einem Beirat, der sich aus Ärzten, Abteilungs- und Übungsleitern sowie sonstigen Funktionsträgern im Verein zusammensetzt, stehen Hans Werning und Hans Evers noch heute als Ehrengeschäftsführer bzw. Ehrenvorsitzender dem gegenwärtig amtierenden siebenköpfigen Vorstand zu Seite.

 

50 Jahre Behindertensport in Rheine sind eine Summe von Idealismus, Großzügigkeit der Förderer und ehrenamtlichem Einsatz aller Verantwortlichen. Sie zeugen ebenso vom Willen der behinderten Sportfreunde, durch frei gewählte Übungen in der Gemeinschaft Gleichgesinnter ihre Konstitution zu verbessern und dabei viel Spaß und Freude zu haben. Durch ihr gemeinsames Schicksal sind die inzwischen rund 280 Mitglieder zu einer großen und echten Behinderten-Sport-Gemeinschaft zusammengewachsen. Nun kommen die Jahre des Bewährens. Es gilt, das Erreichte zu erhalten, zu vertiefen und womöglich noch zu steigern. Unseren behinderten Kindern und Jugendlichen gilt unser besonderes Augenmerk. Ihnen sind die in langen Jahren erprobten Möglichkeiten deutlich zu machen und sie zu bewegen, sich im eigenen Interesse unserer Gemeinschaft anzuschließen.